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28.06.2017 :: Druckversion
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Fachmann

Einen Fachmann sollte man hegen und pflegen






Was tun, wenn der Computer seine Dienste verweigert? Am einfachsten, aber oft auch am teuersten ist der Griff zum Telefon, um eine Hotline anzurufen. PC–Notdienste lassen sich ihre Hilfe ebenfalls versilbern. Oft wissen glücklicherweise Freunde Rat.

Manchmal hat man Glück: Dann klappert es am Auto oder eine Warnlampe leuchtet auf – ein Zeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auch bei anderen technischen Geräten kündigen sich Probleme meist an, und spätestens dann ist es Zeit, sich über eine Reparatur Gedanken zu machen. Anders ist es bei Computern: Sie stürzen von jetzt auf gleich ab oder zeigen den Blue–Screen. PC–Laien bleibt das Problem oft verborgen, sie sind auf Hilfe angewiesen. Doch viele PC–Notdienste lassen sich ihren Service teuer bezahlen.

Eine Festplatte kann plötzlich kaputt gehen – ohne Vorwarnung. Manchmal sorgt aber auch eine neu installierte Software für einen Computerabsturz. Glücklich sind dann all jene, die sich mit ihrem PC gut auskennen. Den anderen bleibt nur, Hilfe zu holen. Wer mit seinem Rechner noch ins Internet kommt, kann in einem der zahlreichen Fachforen sein Problem schildern. "Meist erhält man schon nach kurzer Zeit recht kompetente Antworten", sagt Thomas Zehetner vom Portal "pcfreunde.de" aus Bad Schallerbach in Österreich. In einem Test stellten die Betreiber unterschiedlich schwere Fragen in einzelne Foren, um die Schnelligkeit und Qualität zu prüfen. Das Ergebnis: Bereits nach zwei Stunden gab es gute Hinweise zur Problemlösung. Bei den schwierigeren Anfragen dauerte die Antwort länger, dafür wurde der Hilfesuchende "mit einer sehr kompetenten und detaillierten Auflistung aller möglicher Fehlerquellen" belohnt. Selbst für Einsteiger seien die Lösungen nachvollziehbar gewesen.

Neben dem Hilferuf im Internet besteht häufig die Möglichkeit, eine Hersteller–Hotline anzurufen. Die Stiftung Warentest in Berlin testete die Service–Nummern großer Notebookhersteller ("Test", Ausgabe 4/2005). Die Untersuchung zeigte ein düsteres Bild: Keine der 14 Hotlines erhielt ein "Gut", dafür wurden fünf "Mangelhaft" vergeben. Neben hohen Kosten fielen vor allem inkompetente Aussagen negativ auf. Fazit der Tester: "Falls Sie einen Computerfreak kennen, hegen und pflegen Sie ihn. Sie werden ihn brauchen." Die Zeitschrift "c't" (Ausgabe 6/2007) kam bei einer nicht–repräsentativen Befragung von Online–Lesern zu einem anderen Ergebnis: Die Mehrheit der Notebook–Besitzer war mit dem Support zufrieden. Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den Herstellern. Wer eine Ferndiagnose scheut, kann den PC zu einem Händler am Ort bringen. Grundsätzlich gilt beim Kauf eines neuen Computers eine zweijährige Gewährleistungsfrist. Lag beim Kauf des PCs ein Mangel vor, kann der Kunde ihn innerhalb dieser Zeit zum Händler zurückbringen. Dieser muss den Mangel kostenlos beheben. "Gewährleistung bedeutet aber keine Rund–um–Betreuung", erklärt Bernd Ruschinzik, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin. "Wird der PC wegen eines Virus? langsam, ist der Hersteller nicht verantwortlich."

In den ersten sechs Monaten der Frist muss der Händler beweisen, dass der PC beim Kauf in Ordnung war. Anschließend dreht sich diese Beweislast um, so Ruschinzik. Die Händler reparieren in der Regel nicht selbst, sondern schicken defekte Geräte zum Hersteller ein. Der Kunde muss dann wochenlang auf seinen PC warten. Zeigt sich, dass der Fehler erst durch die Nutzung auftrat, muss er auch noch zahlen.

Schnellere Hilfe bekommt der Kunde bei einer Werkstatt um die Ecke oder bei so genannten PC–Notdiensten, die im Internet oder über Kleinanzeigen werben und nach Hause kommen. Dieser Service hat jedoch seinen Preis: Nach Angaben der PC–Freunde nehmen die Notdienste bis zu 140 Euro pro Stunde. Thomas Zehetner rät, vor der Wahl eines Dienstes im Internet nach Meinungen anderer Kunden zu suchen. "Wenn ein Anbieter keine Ahnung hat oder seine Kunden abzockt, findet man sicher den einen oder anderen zornigen Kommentar."

"Es ist schwierig vorher herauszufinden, ob jemand seriös ist", sagt Alfred Odenwald–Dal Mädico, der bei der Verbraucherzentrale Berlin eine PC–Beratung anbietet. Sinnvoll sei, mehrere Angebote zu vergleichen und schon vorab eine verbindliche Preisabsprache zu treffen – sowohl für den erfolgreichen, als auch den misslungenen Reparaturversuch. Nicht immer ist das allerdings möglich. "Fairerweise muss man sagen, dass der Aufwand zum Lösen des Problems nicht immer leicht einzuschätzen ist", erklärt Zehetner. Ist kein Fixpreis möglich, sollte zumindest der Kostenrahmen genannt werden.

Werden Teile aus dem PC ausgebaut, sollten diese aufbewahrt werden. Auf diese Weise könne ein fälschlicher Austausch nachgewiesen werden, sagt Odenwald–Dal Mädico. Und macht der gerufene Fachmann etwas kaputt, ist er laut Bernd Ruschinzik schadensersatzpflichtig, zumindest wenn er fahrlässig gehandelt hat.

Quelle: Allgemeine Zeitung




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